Presse-Spiegel

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ID99438
Datum03.04.2018
MediumFränkische Landeszeitung, Ansbach
SchlagzeileAuch Putin und Erdogan beschäftigen Ostermarschierer
WortlautHauptaugenmerk auf „Trumps Kriegsbasen“–Mehrere hundert Teilnehmer in Ansbach – Bürgerinitiative: „Starkes Signal“

– Eine bunte Menschenmenge ist am Ostersamstag durch die Ansbacher Innenstadt gezogen. Mit Fahnen, Pfeifen und Transparenten wie „Pflege statt Panzer“ oder „Bildung statt Bomben“ setzten die Teilnehmer ein Zeichen gegen Krieg und für eine zivile Umnutzung der US-Militärstandorte in Katterbach und Illesheim (Landkreis Neustadt/Aisch- Bad Windsheim).

Bereits zum zwölften Mal veranstalteten das Ansbacher Friedensbündnis und die Bürgerinitiative „Etz langt’s“ den Ostermarsch gemeinsam. Los ging es unter dem Motto „Frieden statt Aufrüstung. Trumps Kriegsbasen schließen!“ mit einer Kundgebung vor den Kasernentoren der US-Streitkräfte in Katterbach. Rund 100 Menschen waren laut Veranstalter dabei. Es sei Zeit für eine zivile Zukunft für die „Kriegsbasen“ von US-Präsident Donald Trump in der Region, erklärten die Veranstalter.

Laut Polizei rund 300 Teilnehmer

Bei der Kundgebung auf dem Martin- Luther-Platz zählte die Polizei rund 300 Teilnehmer. Ansbachs Bürgermeister Martin Porzner wertete das große Interesse als starkes Signal und sagte: „Ich wünsche mir, dass mehr Menschen auf die Straßen gehen, um für Frieden einzutreten.“ Ates Gürpinar aus München, Landessprecher der Linken in Bayern, meinte mit Blick auf den Giftanschlag gegen den russischen Doppelagenten Sergej Skripal in England: Es gehe nicht nur um Russlands Staatschef Wladimir Putin, sondern auch um den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und Donald Trump.

Auch Grünen-Landtagsabgeordneter Martin Stümpfig äußerte seine Sorge in Bezug auf Russland und die Vereinigten Staaten von Amerika. Die Frage sei, in welche Richtung es gehe, sagte der Feuchtwanger. Deutschland müsse „klare Kante“ zeigen, forderte Stümpfig. Und er verlangte ein Ende der Waffenexporte in die Türkei oder nach Saudi-Arabien.

Nach der Kundgebung zogen die Teilnehmer vom Martin-Luther-Platz über den Kasernendamm zum Theater und wieder zurück zum Martin- Luther-Platz. Im Verlauf des Marschs schwoll die Teilnehmerzahl laut „Etz langt’s“ auf rund 400 Menschen an.

Die Bürgerinitiative wertete die hohe Beteiligung aus der Bevölkerung als „starkes Signal für die zivile Umnutzung der US-Militärbasen in Westmittelfranken“.

Interesse aus Japan

Heute in einer Woche besucht eine hochkarätig besetzte Delegation von japanischen Rechtsanwälten Ansbach. Sie wollen sich vor Ort über die politischen und rechtlichen Möglichkeiten im Kampf gegen militärischen Fluglärm der US-Armee kundigmachen.