Presse-Spiegel

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ID99439
Datum28.03.2018
MediumFränkische Landeszeitung, Ansbach
SchlagzeileEin Modell fürs Wohnen. Für geordnete Entwicklung - Offene Linke zufrieden
WortlautAnsbach hat jetzt ein Wohnungsbaumodell. Die Ziele: unter anderem eine geordnete städtebauliche Entwicklung und geförderter Wohnraum.

Immer mehr Menschen leben in Ansbach, die Mieten steigen, geförderte Wohnungen fallen weg. Doch für die Stadt, so hieß es in der Verwaltungsvorlage für die Stadträte, sei es momentan schwer, an Wohnbauland zu kommen - zum Beispiel für Wohnungen im Geschosswohnungsbau.

Es fehle schlichtweg an geeigneten Flächen, die der Kommune gehören. Deshalb werde eine Kooperation mit privaten Eigentümern notwendig. Als Grundlage für Verhandlungen mit privaten Eigentümern und auch Investoren soll das Wohnungsbaumodell dienen. Im Grundsatzbeschluss, den die Stadträte einstimmig fassten, steht unter anderem, dass das Modell dann zum Einsatz kommt, wenn ein neuer Bebauungsplan aufgestellt werden muss und die Entwicklung auf Flächen stattfindet, die der Stadt nicht gehören oder die sie nicht kaufen kann.

Denn wenn dies nicht möglich ist, komme der private Eigentümer oder Investor ins Spiel. Mit ihm würden dann entsprechende städtebauliche Verträge geschlossen. Auch auf günstigen Mietraum wird eingegangen. So legt die Stadt einen Mindestanteil an gefördertem Mietwohnungsbau im Geschosswohnungsbau an künftigen Wohnflächen fest.
„Wir gehen davon aus, dass das Modell die Verfahren beschleunigen wird", sagte Stadtentwickler Jonas Wolter zur FLZ.

Das Modell begrüßt die Fraktion der Offenen Linken (OLA). Sprecher Boris-Andre Meyer: „Die bei Neubauvorhaben ab 15 Wohneinheiten künftig geltende Mindestquote an sozialem Wohnraum in Höhe von 25 Prozent hatte die OLA in ebendieser Höhe im März 2017 vorgeschlagen."

Bezahlbarer Wohnraum sei auch in Ansbach inzwischen eines der drängendsten Themen für viele Menschen. So sollen laut dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung in den Jahren 2016/2017 nirgendwo in Franken die Mieten prozentual stärker angestiegen sein als in Ansbach, meinte Meyer.

Mit dem Wohnungsbaumodell und der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft gebe es nun zwei Instrumente für eine wirksame Bremsung der Mietpreisentwicklung.