Presse-Spiegel

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ID99442
Datum13.03.2018
MediumFränkische Landeszeitung, Ansbach
SchlagzeileUS-Amerikaner sollen Sanierung zahlen
WortlautHarald Weinberg über PFC-Belastung in Katterbach - „Erschrocken über das Ausmaß"

In einem Schreiben fordert Harald Weinberg, Mitglied des Bundestages für Die Linke, dass die Vereinigten Staaten von Amerika die Sanierungskosten des verseuchten Bodens in Katterbach tragen müssen. Die PFC-Belastung im Boden sei eine der größten Umweltverschmutzungen in der Stadt Ansbach, so Weinberg. Der Bund soll laut dem Gesetz ein Viertel der Kosten tragen.

Über drei Jahre sind seit dem ersten Fund von Chemikalien im Boden bei Katterbach vergangen. Die giftigen Chemikalien sind durch die Nutzung von Löschschaum durch die US-Amerikaner in den Boden gelangt. Die Sanierungskosten belaufen sich auf mehrere Millionen Euro (die FLZ berichtete). Laut NATO-Truppenstatut soll der Bund ein Viertel der Kosten tragen - und somit der Steuerzahler. Bei den Bürgern stoße das auf wenig Verständnis, so Harald Weinberg in einem Brief an den Parlamentarischen Staatssekretär Dr. Ralf Wolfgang Brauksiepe.

Weinberg zufolge solle die US-Armee die Kosten in voraussichtlich „zweistelliger Millionenhöhe" tragen, denn sie sei für die „großflächigste Umweltverschmutzung in der Stadt Ansbach" verantwortlich. Das Bundesministerium für Verteidigung solle nun dafür sorgen, dass die US-Amerikaner „in voller Höhe herangezogen" würden.

Die Offene Linke Ansbach lobt den Brief Weinbergs. Es sei wichtig, dass auch auf Bundesebene Druck gemacht werde. Seit dem Fund habe sich die Bodenbelastung ausgebreitet. Der Verursacher solle zur Verantwortung gezogen werden. Dies teilte Stadtratsmitglied Boris-Andre Meyer der FLZ mit. Er fügte hinzu, dass schon genug Steuergelder in die Kaserne fließen würden.

„Erschrocken über das Ausmaß"

Man sei „erschrocken über das Ausmaß" der Kontamination, die mit der Bodenbelastung am Flughafen Nürnberg verglichen werden könne. Auch dort wurde über Jahre der gleiche Löschschaum verwendet. Laut Meyer unterstützt man den Brief. Das Umweltamt der Stadt konnte auf FLZ-Anfrage zu dem Schreiben von Harald Weinberg keine Stellungnahme abgeben, weil es diesem nicht vorlag.