Presse-Spiegel

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ID99454
Datum30.06.2017
MediumFränkische Landeszeitung, Ansbach
SchlagzeileKeine Schadstoffmessungen
WortlautUS-Hubschrauber: Landesamt für Umwelt gibt Entwarnung - Kritik von Meyer

Das Bayerische Landesamt für Umwelt lehnt mobile Schadstoffmessungen in Ansbach ab. Rechtsreferent Udo Kleinlein informierte darüber die Stadträte. Die Stadt hatte bei dem Landesamt wegen möglicher Schadstoffe von US-Hubschraubern angefragt.

„Da sind Äpfel mit Birnen verglichen worden", kritisierte Boris-Andre Meyer (Offene Linke) das Nein aus Augsburg. Das Umweltamt der Stadt habe sich an die Experten in Schwaben gewandt, weil man selbst für solche Messungen nicht ausgerüstet sei, sagte Kleinlein. Die Antwort fiel jedoch anders aus, als sich mancher Ansbacher erhofft hatte. Schließlich kommt das Landesamt zu dem Schluss, „dass durch den Flugbetrieb des US-Hubschrauber-Flugfeldes Ans-bach-Katterbach Immissionen nur in sehr untergeordnetem Maß auftreten und verglichen mit den Immissionen durch Straßenverkehr, Industrie und Hausbrand vernachlässigbar sind. Eine messtechnische Unterscheidung der Quellen ist in der Praxis nicht möglich."

Unter anderem führt das Landesamt die Messungen am Flug-hafen München mit jährlich rund 400000 Flugbewegungen an. „Es zeigt sich, dass die einschlägigen Grenzwerte eingehalten werden."

Hinzu kommt für die Augsburger Fachleute noch ein Punkt: Jede Schadstoffquelle sorge in ihrer unmittelbaren Umgebung für die größte Belastung. Mit zunehmender Entfernung würden die Schadstoffe immer stärker mit der Umgebungsluft verdünnt. Das Landesamt folgert in seinem Schreiben: „Daher ist der Einfluss der Hubschrauberemis-sionen im Stadtgebiet von Ansbach messtechnisch nicht nachweisbar. Dort dominieren weit überwiegend die im Stadtbereich vorhandenen Schadstoffquellen, vor allem der Straßenverkehr."

Der Fraktionsvorsitzende der Offenen Linken, Boris-André Meyer, reagierte mit Kopfschütteln auf das Schreiben des Landesamtes. So werde überhaupt nicht berücksichtigt, dass die Militärhubschrauber oft stundenlang in niedriger Höhe über dem Boden schweben. Auch sei bekannt, dass ein Chinook-Hubschrauber mehr Kerosin verbrauche als ein Jumbojet. Für Meyer ist die Argumentation des Landesamtes „nicht ganz zulässig".