Presse-Spiegel

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ID99455
Datum30.05.2017
MediumFränkische Landeszeitung, Ansbach
SchlagzeileOffene Linke will Verstärkerlinien im Nahverkehr
WortlautFraktion verweist auf baustellenbedingte Behinderungen - ABuV lehnt Vorschlag ab: Weiterer Bus stünde auch nur im Stau

Eine Lanze für einen „attraktiven" öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) bricht die Stadtratsfraktion der Offenen Linken. Wie wichtig der dafür wäre, den Verkehr zu entlasten, führten die baustellenbedingten Staus in der Stadt deutlich vor Augen. Dies schreibt die Fraktion in einem offenen Brief dem Geschäftsführer der Ansbacher Bäder- und Verkehrs-GmbH (ABuV), Roland Moritzer. Sie schlägt Verstärkerlinien vor.

Die ABuV indes lehnt diese ab. Derzeit seien die Busse oft verspätet, insbesondere auf der am stärksten nachgefragten Linie 752 zum Klinikum, führt die Stadtratsfraktion aus. Sie schlägt „während der noch bis Frühjahr 2018 andauernden Sperrung in der Schlossstraße" zwei solche Verstärkerlinien vor.

Die Busse sollen die Routen Bahnhof - Schlossplatz - Brünnleinswiese - Krankenhaus und Bahnhof -Schlossplatz - Promenade - Arbeitsamt - Messe - Aquella nehmen. Die Offene Linke will sie als Shuttles nur diese Haltestellen anfahren lassen.

Stauzeiten im Bereich des westlichen Rügländer Viertels sowie die zeitintensive Umfahrung der Schlossstraße über Nürnberger und Bauhofstraße können so vermieden werden." Die Verstärkerlinien soll-ten aktiv sein, bis die Einzelhandelsgeschäfte um 20 Uhr schließen.

„Somit bestünden leistungsfähige und schnelle Verbindungen von den P+R-Parkplätzen Bahnhof und Aquella sowie dem Parkplatz Hof-wiese zu den Zielorten Innenstadt, Brücken-Center, Bahnhof und Krankenhaus." Einpendler und Anwohner aus westlicher, südlicher und östlicher Richtung könnte man so zum Umstieg auf den Bus bewegen.

Während einer „Schnupperphase" zumindest im Zeitraum der bis Ende Juni andauernden Dreifach-Baustelle Würzburger Landstraße, Residenzstraße und Schlossstraße sollten die Verstärkerlinien kostenfrei sein.

„Gegen das Dauer-Tief bei den Fahrgastzahlen"

„Bei der Finanzierung verweisen wir auf das Potenzial der langfristigen Gewinnung neuer Nutzerschichten für den Ansbacher ÖPNV und der damit verbundenen Möglichkeit, aus dem Dauer-Tief bei den Fahrgast-zahlen endlich herauszukommen."

Anderer Ansicht ist die ABuV: „Bedingt durch die vielen Baustellen bildet der umgeleitete Durchgangsverkehr die Hauptmasse der Staus", antwortet Geschäftsführer Moritzer. Wenn zeitweise fünf bis sechs Lkw nacheinander durch die Rügländer Straße führen, helfe kein weiterer Bus, der ja auch nur im Stau stünde.

Eine schnelle Verbindung mit weniger Haltestellen auf der Linie 752 Richtung Klinikum wäre wegen der momentanen Straßenführung ebenso nicht zielführend. „Der Bus fährt immer in eine Baustelle oder muss Umwege in Kauf nehmen und spart so keine Zeit." Vom Krankenhausberg herunter stehe er in den Hauptverkehrszeiten gleichermaßen im Stau. „Umfahrungsmöglichkeiten gibt es leider keine", betont Moritzer.

Zu einem Gratisangebot erklärt er, dass sich Ansbachs Fahrgastzahlen schon jetzt über denen vergleichbarer Städte im Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) befänden. Die „Ansbacher kennen ihren ÖPNV also bereits und nutzen ihn in der Regel gerne - auch wenn wir derzeit, bedingt durch die Staus, nicht immer genau im Zeitplan liegen". Außerdem seien „eine Änderung beziehungsweise Ausweitung des Angebots" sowie ein „Schnupperangebot" durch den ABuV-Aufsichtsrat und den Stadtrat nicht legitimiert.

Für die aktuelle Verkehrssituation sei die ABuV nicht verantwortlich und könne sie nicht beeinflussen. Man tue aber alles, „um Verspätungen aufzufangen und Umsteigeverbindungen aufrechtzuerhalten".