Presse-Spiegel

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ID99462
Datum09.03.2017
MediumFränkische Landeszeitung, Ansbach
Schlagzeile„Welt braucht mehr weibliche Attribute"
WortlautFrauen verdienen im Schnitt 20 Prozent weniger

„Frauen sind mehr wert": Unter diesem Motto ging die Offene Linke Ansbach (OLA) gestern am Internationalen Frauentag an der Riviera auf ,die Straße. Vertreter der Gruppierung machten auf „gravierende Lohnunterschiede zwischen den Geschlechtern in Deutschland" aufmerksam.

„Die Arbeitsleistung von Frauen in Deutschland wird kaum anerkannt": Deshalb kämpft Stadträtin Kerstin Kernstock-Jeremias für die Gleichberechtigung. Sie berichtete, dass die Linksfraktion im Bundestag eine Anfrage gestellt habe: Demnach seien 58 Prozent der Frauen von Armut bedroht, hätten also weniger als 925 Euro im Monat zur Verfügung. „Die Durchschnittsrente einer Frau in Bayern beträgt 634 Euro. Armut ist oft weiblich." Niedrige Löhne seien besonders in weiblichen Berufen, beispielsweise in der Pflege, Alltag.

„Die Welt hat ein kapitalistisches Problem", so die Stadträtin. Die Hierarchien sorgten für Konkurrenzkämpfe. „Unsere Gesellschaft ist von Männlichkeit geprägt: Krieg und Machtkämpfe." Mehr weibliche Attribute wie Fürsorge seien für eine friedliche Welt notwendig. Die Rolle der Frau müsse gestärkt werden:

„Wir müssen unser Recht behaupten", fordert Kernstock-Jeremias. Helfer in der Ansbacher Flüchtlingshilfe leisteten ehrenamtlich Arbeit, die bei Mindestlohn einen Wert von 238000 Euro habe. Das entspreche 14 Vollzeitstellen. Während Manager Millionen im Jahr „kassierten". Kernstock-Jeremias: „Wir brauchen ein bedingungsloses Grundeinkommen, das wir durch Umverteilung finanzieren."

Am Rande der Aktion gab es ein Quiz zur Situation der Frau in der Pflege; Hauptpreis: OLA-Mitglied Heinz Dollhopf. Er wird für die Gewinnerin einen Tag lang den Haushalt besorgen.