Presse-Spiegel

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ID99472
Datum22.12.2016
MediumFränkische Landeszeitung, Ansbach
SchlagzeileGesundheit und Pflege benötigen mehr Geld
WortlautAktion der Offenen Linken gegen den Pflegenotstand

„Der Pflegenotstand im Gesundheitswesen ist mit Händen greifbar - auch im Klinikum, wo laut über die Reduzierung des Personals nachgedacht wird." Das betonte Boris-Andre Meyer, Sprecher der Stadtratsfraktion Offene Linke, während einer Aktion vor dem Klinikum Ansbach.

Meyer kritisierte die Gesundheitspolitik des Bundes, die seit der Einführung von Fallpauschalen in die falsche Richtung laufe. Der Gesundheitsbereich sei wie die Altenpflege chronisch unterfinanziert. Die Folge seien ungenügende Gehälter und ein Mangel an Pflegepersonal. Immer weniger Beschäftigte müssten im-mer- mehr Patienten in kürzerer Zeit versorgen. Er forderte eine solidarische Gesundheitsversicherung, an der sich alle Bevölkerungsgruppen beteiligen.
Dieses Modell habe sich etwa im Nachbarstaat Schweiz gut bewährt.

Auch der Pressesprecher von ANregiomed bedauerte, dass sich in den vergangenen 30 Jahren im Pflegebereich in Deutschland „nichts Grundlegendes geändert" habe. „Die Gesellschaft muss sich fragen, was Kranke und Alte ihr wert sind", sagte er. Unter den heutigen Bedingun¬gen könnten Krankenschwestern und -pfleger kaum bis zum Rentenalter arbeiten.

In Bezug auf die aktuelle finanzielle Schieflage bei ANregiomed warnte Meyer vor einem weiteren Personalabbau. Das sei „der falsche Weg", die Krise werde dadurch nur verschärft. Vielmehr müssten die Kliniken in der Gesundheitsregion Westmittelfranken stärker kooperieren, um die gesundheitliche Grundversorgung in der Region zu gewährleisten. Leider sorge die Bundesregierung mit ihrem Kurs für einen Konkurrenzdruck, dem viele Kliniken zum Opfer fallen könnten. Das Staatsziel gleicher Lebensverhältnisse werde damit schlicht torpediert.

Unter dem Motto „Weihnachtsmann am Klinikum Ansbach" beteiligte sich die Offene Linke (OLA) an einer bundesweiten Aktion. Mitglieder der OLA verteilten vor dem Klinikum an Personal und Besucher Karten mit der Botschaft „Personalmangel im Krankenhaus gefährdet Ihre Gesundheit". Ein kleiner Weihnachtsmann aus Schokolade versüßte die Lektüre der politischen Forderungen.