Presse-Spiegel

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ID99478
Datum29.09.2016
MediumFränkische Landeszeitung, Ansbach
Schlagzeile
WortlautKRITIK AN KINDERARMUT
Offene-Linke-Fraktion will Drei-Punkte-Plan

„In Ansbach erreicht die Kinderarmut einen neue n Höchststand.“ So äußert sich die Fraktion der Offenen Linken Ansbach (OLA) zu einer Studie der Bertelsmann-Stiftung zur Kinderarm ut. Nach Schweinfurt weise die Rezatstadt bayernweit die zweitgrößte Steigerung bei unter 18-rigen im Hartz-IV-Bezug auf. Die OLA will an der Stelle mit einem Drei-Punkte-Plan gegensteuern.

Gemäß der Fraktion wuchs der Anteil von Kindern und Jugendlichen in Familien, deren Einkommen nicht zum Leben reicht, von 2011 bis 2015 von 13,0 auf 15,1 Prozent. Damit gehöre Ansbach inzwischen zu den sieben Kommunen mit der gravierendsten Kinderarmut im Freistaat. „Anstatt sich in Endlos-Debatten um elitäre Prestigeprojekte zu verzetteln“, müsse der Stadtrat brennende soziale Fragen beantworten.

Um Chancengleichheit zu schaffen und den sozialen Frieden in Ansbach zu sichern, habe sie, so die Stadtratsfraktion, „ihre - von der Verwaltung derzeit zumeist noch unbearbeiteten - Angebote in einem Drei-Punkte-Plan zusammengefasst“.

Es geht ihr zum einen um „bezahlbaren Wohnraum für alle Ansbacher“. Der Wegfall von 44 Prozent Sozialwohnungen demnächst treffe wirtschaftlich benachteiligte Familien mit Kindern in besonderem Maße. Der Gefahr, gerade Alleinerziehende aus der Stadt zu verdrängen, könne diese mit einer Wohnungsbauoffensive mit der Möglichkeit hoher staatlicher Förderung begegnen.

Weiter will die OLA ein Teilhabepaket für Bildung, Sport und Kultur. Für Freizeit, Sport und Kultur sehe der Hartz-IV-Regelsatz 44,06 Euro im Monat sowie für Bildung 1,54 vor. „Für fast jedes. sechste Ansbacher Kind ist ein Aquella-Besuch, ein Volkshochschulkurs oder eine dauerhafte Mitgliedschaft in Sportvereinen somit oft unerschwinglicher Luxus.“

Es sei höchste Zeit für einen Sozialpass, der verhindere, dass ein großer Teil der Jugend von öffentlichen Angeboten ausgeschlossen sei. Außerdem beinhaltet der Plan „kostenfreie Bildung - von Kindesbeinen an“. Ein OLA-Haushaltsantrag dafür, die Kindergarten- und Kindertagesstätten-Gebühren in Ansbach abzuschaffen, sei bislang am Widerstand der SPD gescheitert. „Nun fordert deren Landesverband aktuell eben jene Entlastung für Familien.“ Den Antrag der OLA gebe es dieses Jahr wieder - und sie sei „gespannt, ob die Ansbacher SPD ihren Ankündigungen Taten oder wie bisher Worthülsen folgen lässt.