Presse-Spiegel

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ID99479
Datum30.08.2016
MediumFränkische Landeszeitung, Ansbach
SchlagzeileOffene Linke: Bezahlbarer Wohnraum dringend nötig.
Wortlaut"CSU und SPD haben Bestand damals verscherbelt" - Für Wiederaufbau einer Baugesellschaft.

Dass bei den früheren städtischen Wohnungen die Sozialbindung ablaufe, „wird Ansbach in den kommenden Jahren mit voller Wucht treffen“. Dies kritisiert die Offene Linke Ansbach (OLA). CSU und SPD hätten die Wohnungen damals „verscherbelt“. Die OLA-Stadtratsfraktion fordert indes, eine kommunale Wohnungsbaugesellschaft wiederaufzubauen.

„Das Dilemma war absehbar“, legt Fraktionsvorsitzender Boris-André Meyer dar. 44 Prozent der verbliebenen 411 Sozialwohnungen fielen nach Angaben des städtischen Baureferenten Jochen Büschl demnächst weg. Die Stadt scheine derweil nur unzureichend auf die Herausforderungen vorbereitet, die sich daraus ergäben. Die Fraktion der Gruppierung im Gremium bemängelt: „Bezahlbarer Wohnraum wird infolge des Wachsens der Hochschule, der Stadtflucht insbesondere älterer Menschen aufgrund fehlender Versorgungsstrukturen auf dem Land nach Ansbach“ sowie eines weiterhin überdurchschnittlich großen Niedriglohnsektors, „der für viele Menschen steigende Mieten oft unerschwinglich macht, dringend benötigt“.

Dass die Stadt trotz staatlicher Förderprogramme personell nicht in der Lage sei, dem zu begegnen und in Chancen für Ansbach umzumünzen, sei ein Alarmsignal an die Politik, stellt Boris-André Meyer fest. Die Fraktion erwarte von Oberbürgermeisterin Carda Seidel (parteilos), „dass sie in den anstehenden Haushaltsberatungen die Verwaltung für kommunalen Wohnungsbau ertüchtigt und einen Etatentwurf vorlegt, der die entsprechende Finanzausstattung berücksichtigt“.

Die OLA verweist auf Flächen in städtischem Besitz, etwa das Messegelände: „Es ist illusorisch zu glauben, dass gewinnorientierte Bauunternehmen den Verlust von 180 Sozialwohnungen bei gleichzeitig steigendem Bedarf kompensieren.“ Daher habe sie im März den, bislang unbearbeiteten, Antrag auf die Wohnungsbaugesellschaft eingebracht, Zusammen mit dem Finanzierungsvorschlag, einen Teil der Gewinne der Sparkasse herzunehmen, stehe ein Angebot an die Ratsfraktionen „für gemeinwohlorientiertes Handeln bei der Wohnraumfrage“.