Presse-Spiegel

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ID99483
Datum14.04.2016
MediumFränkische Landeszeitung, Ansbach
SchlagzeileStadtrat ist für A6 und B13, aber gegen Katterbach
WortlautAntrag der Offenen Linken zum Ausbau der Bahnverbindung Stuttgart-Ansbach-Nürnberg als Resolution verabschiedet.

Die Ansbacher Stadträte wollen mehrheitlich keine Ortsumgehung für Katterbach. Sie sprechen sich allerdings dafür aus, dass der sechsspurige Ausbau der AG sowie der vierstreifige Ausbau der B13 zwischen Claffheim und der Stadtgrenze als „vordringlicher Bedarf‘ in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen wird. Einstimmig machten sie einen Antrag der Offenen Linken zum Ausbau der Bahnstrecke Nürnberg- Ansbach-Stuttgart zur Resolution. Außerdem schlossen sie sich der AG-Resolution des Kreisausschuss es an.

Das einstimmige Ergebnis sorgte für ein „Wow“ bei Oberbürgermeisterin Carda Seidel (parteilos). Zuvor hatte die Offene Linke (OLA) als Ergänzung zum Bundesverkehrswegeplan 2030 beantragt, „die Maßnahmen zur Verkürzung der Fahrzeiten auf der Bahnverbindung Nürnberg- Ansbach-Stuttgart als „vordringlichen Bedarf“ in den Plan mit aufzunehmen. Bislang sind die „Maßnahmen zur Beschleunigung“ auf der Strecke nur als „potenzieller Bedarf“ ausgewiesen. Bei einem Ausbau würde die Strecke mit spezieller Neigetechnik ausgerüstet und die Direktverbindung Ansbach-Crailsheim-Backnang als Fernverbindung ausgebaut werden. Bis heute müssen der OLA zufolge Fernzüge einen Umweg über Aalen und das Remstal fahren. Sollten die Maßnahmen realisiert werden, „wird die Fahrtzeit von Ansbach nach Stuttgart deutlich verkürzt“. Daraus folgert die Offene Linke, dass die Schiene als Transportmittel zwischen Franken und Württemberg attraktiver und die A6 entlastet würde.

Stadtoberhaupt Carda Seidel plädierte in Richtung Ratsmitglieder, nach außen hin beim Gesamtthema Bundesverkehrswegeplan eine geschlossene Front zu zeigen, was auch zum Teil gelang. So wurde die Resolution zur Schiene einstimmig verabschiedet; bei der Umgehung Katterbach (aktuell „vordringlicher Bedarf“ im Bundesverkehrswegeplan), dem Ausbau der B 13 sowie der A6 (beide „weiterer Bedarf“) gab es unterschiedliche Meinungen. Dr. Christian Schoen (Grüne) etwa bezeichnete eine Umgehung Katterbachs als „weder sinnvoll noch notwendig“. Intakte Natur und Landwirtschaft werde vernichtet, weiter sei der Bau einer Umfahrung eine „leichtsinnige Flächenversiegelung“ mit Blick auf eine mögliche Konversionsfläche auf dem Gelände der US-Armee.

Werner Forstmeier von der ÖDP meinte, der Ausbau der A6 sei „dringend notwendig“, auch wegen des Lärmschutzes. CSU-Fraktionssprecher Andreas Schalk brachte als Argument für den Ausbau von A6 und B 13 junge Menschen in der Region ins Spiel. Viele pendelten aus der Umgebung nach Ansbach, eventuell sogar weiter nach Nürnberg. Sorge man nicht für die passende Verkehrsanbindung, wanderten diese jungen Menschen in die großen Ballungszentren ab. „Wir brauchen eine gut ausgebaute A6 für den Schwerlastverkehr, der just in time liefern muss“, meinte er zu ein er sechsspurigen A6. Die Idee, diesen Verkehr auf die Schiene umzulegen, wie zuvor von einigen Stadträten vorgeschlagen, lehne er „als realitätsfern ab“. Während es also richtig sei, die Umgehung Katterbach abzulehnen, sei der Ausbau der A6 und der B 13 eine „durchaus existenzielle Frage für die Region“.

Im Rahmen der Abstimmungen sprachen sich die Räte gegen die Umgehung in Katterbach aus (gegen neun Stimmen). Für den Ausbau der A6 sprachen sie sich gegen die Stimmen von drei Grünen-Stadträten aus; für den B 13-Ausbau bis Claffheirn gab es ebenfalls eine Mehrheit (bei 13 Gegenstimmen). OB Seidel: „Man hätte das auch von der Verwaltung verabschieden lassen können. Wenn das aber direkt vom Stadtrat kommt, hat es mehr Nachdruck.“