Presse-Spiegel

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ID99486
Datum06.04.2016
MediumFränkische Landeszeitung, Ansbach
SchlagzeileArbeitskreis wegen US-Abzug. Gremium soll Konzept für Zeit danach durchspielen
WortlautIm Jahr 2021 wollen die US-Streitkräfte die Ansbacher Barton-Kaserne verlassen. Und was kommt danach? Damit soll sich ein neuer Arbeitskreis Konversion des Stadtrats befassen. So fordert es die Fraktionschefin der Freien Wähler, Elke Homm-Vogel. Der Arbeitskreis solle zum Beispiel „im Vorfeld und mit genug Zeit verschiedene Konzepte durchspielen und Fördermöglichkeiten prüfen“.

Konversion bedeutet es, wenn man militärische Objekte zivil umnutzt. Der Arbeitskreis soll gemäß den Worten der Stadträtin ähnlich wie der Arbeitskreis Gesundheit zusammengesetzt sein: mit jeweils einem Stadtratsmitglied pro Gruppierung. Der Landtagsabgeordnete Dr. Peter Bauer (Freie Wähler) „hatte uns vor Monaten schon darauf angesprochen“, was die Stadt mit den Barton-F lächen unternehmen wolle, blickt Elke Homm-Vogel zurück. Die Freie-Wähler-Ratsfraktion habe deshalb einen Antrag gestellt, mit der Bitte, so einen Arbeitskreis zu gründen. Oberbürgermeisterin Carda Seidel (parteilos) habe zweimal abgelehnt über den Antrag abstimmen zu lassen, so sagt Elke Homm-Vogel - mit dem Hinweis, es sei zu früh, einen Arbeitskreis zu gründen, und die Verwaltung werde ein Konzept erstellen.

Im Stadtrat am Dienstag, 12. April, will die Rätin erneut darum bitten, darüber abstimmen zu lassen. Auf seine Anfrage hin, was mit den Konversionsflächen passieren solle, habe Bayerns Staatsregierung geantwortet, dass die Stadt noch keine Anträge gestellt habe, legt Dr. Bauer dar. „Das ist der klare Hinweis: Jetzt stellt halt einen Antrag“, findet der Abgeordnete. Zu früh könne man bei „diesem für die Stadt Ansbach für die nächsten Jahrzehnte prägenden Gelände“ überhaupt nicht überlegen. Schade fände Elke Homm-Vogel, wenn die Stadtverwaltung „wieder einfach ein fertiges Konzept vorlegen würde“. Den Stadtrat in seiner Gesamtheit sollte man vielmehr so ernst nehmen, dass er daran mitwirke, die Konzepte zu entwickeln.

Dr. Peter Bauer schlägt vier Möglichkeiten für das Barton-Areal vor: die Hochschule Ansbach zu erweitern, etwa mit Labors, eine weitere Zusammenarbeit mit der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, Flächen für ein Gründerzentrum und die Idee, es Start-up-Firmen, also neu gegründeten Unternehmen, zu ermöglichen, sich hier niederzulassen.

„Das Thema Gründerzentrum und Start-ups wäre für den ländlichen Raum ein enormer Wirtschaftsschub“, betont Elke Homm-Vogel. Viele Hochschulabsolventen möchten gewiss forschen oder etwas entwickeln, und „die Lebenshaltungskosten für junge Menschen sind hier wirklich noch überschaubar. In Sachen Hochschule Ansbach sieht die weitere OB-Stellvertreterin ein großes Entwicklungspotenzial. Der mögliche Arbeitskreis könnte klären, ob man diese auf dem Barton-Gelände oder auf dem des früheren Tenniscenters erweitere. Dazu müsse man die Einrichtung fragen, welchen Standort sie bevorzuge. Außerdem sei das Thema Wohnen bedeutsam. „Es geht darum, dass man über jeden frei werdenden Standort in Ansbach nachdenken muss, um Wohnungsbau zu fördern.“ Vorstellbar sei dies etwa auf dem Barton-Areal. Allerdings: „Das Wohnen im Tenniscenter ist sicherlich auch ein Thema.“ Ein dritter Standort dafür wäre das derzeitige Betriebsamt in der Hospitalstraße. Zu dem neuen Wohnprojekt für anerkannte Flüchtlinge auf dem ehemaligen Gelände der Bleidorn-Kaserne gibt Elke Homm-Vogel zu bedenken: „Auf demselben Gelände steht noch ein ganz großes ungenutztes Gebäude.“ Für eine Landesgartenschau findet die Stadträtin das Barton-Gelände übrigens nicht geeignet. Eine solche „gehört nach Möglichkeit so nahe wie möglich ans Stadtzentrum“.