Presse-Spiegel

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ID99489
Datum10.03.2016
MediumFränkische Landeszeitung, Ansbach
SchlagzeileLinke übt Kritik an höherem Armutsrisiko für Frauen
Wortlaut"Lohnunterschied zwischen den Geschlechtern gewaltig"

Die Lohnungleichheit zwischen den Geschlechtern verharre in Deutschland auf hohem Niveau, heißt es in einer Mitteilung der Offenen Linken anlässlich des Weltfrauentags. So verdienten im Jahr 2015 Frauen 21,6 Prozent weniger Geld als ihre männlichen Kollegen. In der EU schnitten nur Estland und Österreich noch schlechter ab. Zudem entfielen bei der „atypischen Beschäftigung“ wie Leiharbeit oder Befristungen 70 Prozent aller Beschäftigungsverhältnisse auf Frauen; bei den geringfügig Beschäftigten seien sogar 77 Prozent weiblich, wie die Bundesregierung auf Anfrage der Linksfraktion jetzt bekannt gegeben habe.

„Diese Zahlen zeigen, warum Frauen ein erheblich größeres Armutsrisiko haben als Männer. Der Blick auf die Verhältnisse in der Stadt Ansbach macht auch kommunalen Handlungsbedarf deutlich“, kommentieren Sibylle Trenkner, Vorstandsmitglied der Offenen Linken Ansbach (OLA) sowie OLA-Stadrätin Kerstin Kernstock-Jeremias die aktuellen Arbeitsmarktstatistiken. Laut Agentur für Arbeit waren im Oktober 2015 60 Prozent der erwerbsfähigen 1641 SGB-II-Empfänger („Hartz IV“) in Ansbach weiblich. Besonders betroffen seien dabei Alleinerziehende: aktuell 366 Frauen mit 570 Kindern.

Trenkner und Kernstock-Jeremias fordern einen Ausbau der Kinderbetreuungsmöglichkeiten; immerhin liege Ansbach mit 27,2 Prozent weiterhin deutlich unter dem Bundesschnitt (32,3 Prozent) bei der Betreuungsquote der unter Dreijährigen. Es genüge nicht, dies kirchlichen und frei-gemeinnützigen Trägern zu überlassen: „Der Aufbau zumindest eines zweiten städtischen Kindergartens mit Krippe sollte bei 40000 Einwohnern eine Selbstverständlichkeit sein.“

Gleichzeitig kritisiert die OLA die jüngsten Erhöhungen bei den Kita-Gebühren als „grundfalsches Signal für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf“. Trenkner und Kernstock-Jeremias halten an ihrem Ziel fest: „Wir stehen für Gebührenfreiheit bei der Bildung - von Kindesbeinen an.“