Presse-Spiegel

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ID99503
Datum10.10.2015
MediumFränkische Landeszeitung, Ansbach
SchlagzeileMenschen wollen mitgestalten. Bürgerbegehren soll neues Buslinienkonzept stoppen
WortlautDie Initiative „Attraktiver ÖPNV für Ansbach“ startet heute ein Bürgerbegehren. Ziel ist der Stopp des bereits vom Stadtrat beschlossenen Buskonzepts und eine neue Diskussion unter breiter Bürgerbeteiligung.

„Sind Sie für einen Umsetzungs-Stopp der Kürzungspläne?“, heißt die Frage, für die die Akteure an den kommenden Wochenenden Unterschriften sammeln wollen. Um einen Bürgerentscheid zu erreichen, müssten sich mindestens um die 2300 Unterzeichner eintragen, sagte Sprecher Boris-André Meyer, der gestern die Aktion vorstellte. Mit dabei sind Vertreter etwa des Jugendrates, des Seniorenbeirates, des Carsharing Vereins „Carina“ oder auch des Integrationsbeirates neben betroffenen Bürgern aus den Außenorten und Schülereltern.

Kernpunkt der Kritiker: Das neue Konzept sei weniger auf eine Verbesserung des Busverkehrs als nur auf Einsparungen hin ausgelegt. Denn zum Start 2016 seien wichtige Voraussetzungen wie neue Haltestellen oder der Umbau der Karlstraße noch gar nicht vollzogen. Meyers Fazit: „Es werden wohl nur die Streichungen kommen.“

Dabei seien gerade viele Schüler, aber auch die Studenten der Hochschule und erst recht die Bewohner an der Peripherie auf den Busverkehr angewiesen. Deshalb brauche man sowohl ausgeweitete Zeiten als auch eine bessere Abstimmung sowohl der Buslinien untereinander als auch mit dem Bahnverkehr insgesamt. Und schon jetzt litten viele Schüler unter übervollen Schulbussen und müssten teils lange Wartezeiten in Kauf nehmen. Dies werde sich nach dem Wegfall von Fahrten noch verschlimmern, hieß es. Außerdem seien die Fahrten gerade im Bedarfsverkehr zu teuer. Sollte die Zahl der Unterschriften für einen Bürgerentscheid ausreichen, setzen die Akteure auf ein Moratorium des Konzeptes. Dies eröffne die Chance auf eine breite Bürgerbeteiligung, um eine soziale Stadt mit nachhaltiger Mobilität zu schaffen und die Wirtschaftlichkeit durch stärkere Nachfrage zu sichern, also „den ÖPNV neu zu denken“.

Sollte der Stadtrat ein eigenes Ratsbegehren einleiten, dann sei auch der Bürgerentscheid möglich, so Meyer. Heute steht der Infostand von 10.30 bis 12.30 Uhr am Stadthaus. An den folgenden Samstagen bis einschließlich 7. November ist der Stand von 10 bis 13 Uhr an der Riviera aufgebaut.