Presse-Spiegel

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ID99521
Datum14.05.2015
MediumFränkische Landeszeitung, Ansbach
SchlagzeileUS-Standorte "wichtige Plattform" für Flugverkehr.
WortlautKommandeure nahmen zu Abzugsplänen der Armee Stellung - Übergabe in Meingardswinden für 2021 geplant.

Dem Garnisonsstandort Ansbach stehen große Veränderungen bevor. Neben dem Truppenabzug bis Ende 2016 wird auch die Barton-Kaserne in Meinhardswinden geräumt; der Umzug ist ab 2017 geplant. Dazu haben die US-Kommandeure jetzt im Stadtrat Einzelheiten bekannt gegeben.

Standortkommandeur Christopher M. Benson erinnerte eingangs daran, dass sich das Miltärpersonal von 3000 auf 1000 Köpfe verringern werde. Das bedeute auch rund 2500 weniger Angehörige. Die Auswirkungen auf die 300 amerikanischen und 340 deutschen Angestellten seien derzeit aber noch nicht abzuschätzen, räumte er ein.

Auf Nachfrage aus dem Plenum erläuterte der Standortkommandeur, dessen Funktion in etwa der eines Bürgermeisters des Standortes entspricht, dass alle laufenden Vorhaben abgeschlossen werden. Dazu zählte er die medizinische Ambulanz und Zahnklinik sowie die Sportanlagen auf dem Urlas und den Anbau an die Middle/High School in Katterbach. Darüber hinaus werde man sich künftig mehr auf die Instandsetzung bestehender Bauten konzentrieren. Benson sicherte zu, wegen der Bodenbelastungen durch Lösch-Chemikalien eng mit den Behörden zusammenarbeiten zu wollen.

Rund 40 Prozent der Soldaten und Familien seien auf dem Kasernengelände angesiedelt, der überwieg ende Teil wohne im Umland. Doch habe man keinen Überblick über die konkreten Wohnorte der einzelnen Soldaten, sagte Benson; die meisten wohnten aber wohl in Ansbach und Umgebung: „Das steht ihnen frei.“

Geplant sei, mit dem Umzug aus den Barton Barracks im Laufe des Jahres 2017 zu beginnen; dazu würden an den anderen Standorten Räume vorbereitet. Nach aktuellem Stand sei die Übergabe der Kaserne an die Bundesrepublik 2021 geplant. Dieser Umzug betreffe weniger als 300 Soldaten und Arbeitnehmer.

Oberst Vincent H. Torza, der Kommandeur der 12. Heeresfliegerbrigade, erläuterte die Trainingspläne seiner Einheiten. Auch wenn künftig weniger Maschinen im Einsatz seien, seien die Piloten zu Schulungszwecken weiterhin auf Nachtflüge auch nach 22 Uhr angewiesen, um die Dunkelheit auszunützen. Nicht jeder Hubschraubertyp lässt sich nach seinen Worten vollständig im Simulator abbilden, vor allem unter Nachtsichtbedingungen. Deshalb müsse man auch die Möglichkeit haben, nach Mitternacht zu fliegen.

Eine konkrete Aussage, ob in Zukunft durch die Halbierung der Helikopterzahl tatsächlich weniger Lärm zu erwarten sei, machte der Soldat trotz insistierender Nachfragen aus dem Plenum aber nicht.

Torza hob die engen Kontakte zur Lärmschutzkommission hervor. An den Sitzungen könnten nach Zustimmung der anderen Teilnehmer - US-Vertreter und Bürgermeister - auch Bürgervereine als Zuhörer teilnehmen. Er sicherte zu, Anregungen etwa die Flugrouten betreffend, gerne aufnehmen zu wollen: „Wir sind offen für Vorschläge.“ Allerdings brauche man zwischen Tower und Helikoptern Sichtkontakt, was die Auswahl einschränke.

Auf Nachfrage erläuterte Torza, dass Flüge in den USA 24 Stunden täglich an sieben Tagen in der Woche erlaubt seien, und das auch über besiedeltem Gebiet. In Deutschland gebe es weitaus restriktivere Auflagen.

Die regionalen Standorte Katterbach und Illesheim sind nach Torzas Worten wegen fünf Kriterien für den Flugbetrieb sehr gut geeignet. Man brauche einen Tower, ein Flugfeld, große Hangars, Tanklager sowie eine Feuerwehr vor Ort. Deshalb seien beide Standorte von großer Wichtigkeit für die US-Armee, aber auch für die gesamte NATO. Die Ansbacher Garnison bleibe die Plattform für den Flugverkehr der Armee in Europa, sagte der Kommandeur.

Martin Porzner richtete die dringende Bitte an Oberbürgermeisterin Carda Seidel, sich beim Freistaat und dem Bund um Hilfen für die Region zu bemühen. Die OB wies bei der Gelegenheit auf die Kontakte zu Staatsminister Dr. Marcel Huber hin.