Presse-Spiegel

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ID99552
Datum12.01.2015
MediumFränkische Landeszeitung, Ansbach
SchlagzeileKreisverkehre statt Ampeln.
WortlautOffene Linke stellt Antrag für heute tagenden Ausschuss.

„Ampelkreuzungen zu Kreisverkehren“ — ob und wo sich dieses Motto in Ansbach verwirklichen lässt, soll nun die Stadtverwaltung prüfen. Das hat jetzt die Offene Linke im Stadtrat beantragt. In der Straßenverkehrsabteilung der Stadtverwaltung steht man dem Vorhaben allerdings skeptisch gegenüber.

Kreisverkehre seien die langfristig günstigere und umweltschonendere Alternative zu den vielen meist sehr kostspieligen und auch klimaschädlichen Lichtsignalanlagen, heißt es zur Begründung des Antrags, den die OL-Fraktion gerne in der Sitzung des Verkehrsausschusses des Stadtrats am heutigen Montag, 12. Januar, debattieren möchte. Kostengünstiger seien Kreisverkehre auf Dauer deshalb, weil hohe Wartungskosten von bis zu 3000 Euro pro Ampel und Jahr gespart werden könnten, heißt es weiter. Außerdem würden sie auch aus Lärmschutz- und Umweltgründen günstiger abschneiden als Ampelkreuzungen, an denen der Verkehr nicht fließt, sondern immer wieder gestoppt und neu angefahren werden muss.

In der Stadtverwaltung hat man mit Skepsis auf den Antrag reagiert. Zum einen, so Hans Soldner von der Straßenverkehrsabteilung, würden Kreisverkehre nicht an jeder Kreuzung im Sinne der Antragsteller funktionieren, also den Verkehr im Fluss halten, statt ihn zu bremsen. Das gelinge nur, wenn mehrere annähernd gleich vom Verkehr belastet e Straßen in den Kreisel münden. Ansonsten würden Einfahrende aus nur geringen Verkehr aufweisenden Seitenästen vom dominierenden Verkehr auf der Hauptrichtung - etwa bei einer Bundesstraße — immer wieder zum Halten gezwungen.

Problematisch sei der Antrag aber nicht nur aus verkehrsrechtlicher Sicht, sondern auch wegen des baulichen Aufwands: „Sie brauchen sehr viel Platz, um einen Kreisverkehr anzulegen.“ Oft seien gerade wichtige Kreuzungen aber eingeengt. Selbst dort, wo Platz genug für einen Kreisel wäre, müsse aber zunächst meist noch Grund erworben werden, um bauen zu können. Soldners Fazit: Zumindest kurzfristig lasse sich die mit dem Antrag verbundene Absicht kaum verwirklichen.

Im Übrigen ist vom Stadtrat bereits der Bau eines Kreisverkehrs beschlossen worden: Nördlich der Kreuzung an der Eich in Eyb soll er die Verkehrssituation an der durch anliegende Märkte und weitere Einmündungen stark belasteten Windsbacher Straße entschärfen. Der eigentlich für dieses Jahr vorgesehene Bau fiel aber bisher der Finanzknappheit der Stadt zum Opfer.