Presse-Spiegel

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ID99554
Datum10.01.2015
MediumFränkische Landeszeitung, Ansbach
SchlagzeileStatt der US-Armee eine Behörde?
WortlautOberbürgermeisterin hält nach Räumung der Barton Barracks verschiedene Nutzungen für möglich.

Was wird aus den Barton Barracks, wenn die US- Armee, wie berichtet, bis 2021 die Kaserne bei Meinhardswinden räumt? Die Stadt trifft die Nachricht nicht völlig unvorbereitet. „Wir werden unsere Planungshoheit nutzen, um aus dieser Fläche das Bestmögliche für die Stadtentwicklung herauszuholen“, sagte gestern Oberbürgermeisterin Card a Seidel. Bereits vor einigen Jahren habe man sich „vorsichtshalber“, so Baureferent Jochen Büschl, in der Stadtverwaltung Gedanken gemacht, was denn nach einem US-Abzug mit den frei werdenden Flächen geschehen könnte.

Ideal wäre, sagte nun die OB auf FLZ-Anfrage und mit Blick auf die Praxis des Freistaates, vermehrt Ämter aus München in den Norden Bayerns zu verlagern, „die Ansiedlung einer größeren Behörde, wenn der Staat noch eine übrig hat“. Ideal wäre die Fläche — geschätzt etwa 14 Hektar - aber auch für eine Bildungseinrichtung. „Und auch neue natur- und stadtnahe Bau- und Wohngebiete könnten wir uns dort vorstellen“, sagte Seidel. Ohne sich jedoch festlegen zu wollen: „Um konkreter planen zu können, wissen wir noch viel zu wenig Details.“ Sicher sei aber, dass die Altlasten auf dem Kasernengelände kein größeres Planungshindernis darstellen würden.

Die Fläche der in den 1930er Jahren unter den Nazis errichteten Kaserne gehört dem Bund, in dessen Verwaltung sie nach Abzug der US-Armee wieder übergeht. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) prüft danach, ob staatlicher Bedarf besteht. Falls dies nicht der Fall ist, können die betroffenen Kommunen die Flächen erwerben, bevor sie auf dem freien Markt angeboten werden.

Die Altlasten im Boden unter und an den Barton Barracks stellen kein unüberwindbares Hindernis für eine spätere bauliche Entwicklung der Fläche dar, sagt Reinhard Böhmer vom Umweltamt.

Noch aber ist es nicht so weit. Denn die Räumung der Kaserne geschieht in kleinen Schritten, wie Standortsprecherin Cornelia Summers erklärt. Im Übrigen sei, sagt Summers, der Abzug kein Schritt zur Aufgabe des US-Standortes Ansbach. Es gehe vielmehr nur um eine Konzentration von Dienststellen in Katterbach und auf dem Urlas.

„Keine große Überraschung“ war die Ankündigung der US-Armee, die Barton-Kaserne in Ansbach in absehbarer Zeit zu räumen, aus Sicht der dort tätigen Zivilbelegschaft. Vielmehr habe die Nachricht für Klarheit und deshalb für Erleichterung gesorgt, so die Betriebsratsvorsitzende Suzie Pabler. „Jetzt wissen wir endlich: Wir packen unsere Päckchen und ziehen in den nächsten sechs Jahren nach Katterbach“, sagte Pabler auf FLZ-Anfrage. Verdi sei es auf jeden Fall daran gelegen, die Zahl von insgesamt rund 360 Zivilangestellten am Truppenstandort Ansbach zu halten. Sollte das nicht möglich sein, sei eine „vernünftige Konversion“ gefordert.